Stalingrad im sowjetischen Gedächtnis

Stalingrad im sowjetischen Gedächtnis
Produktnr.: ISBN 978-3-89733-008-5
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Sabine Rosemarie Arnold
Stalingrad im sowjetischen Gedächtnis
Kriegserinnerung und Geschichtsbild im totalitären Staat
Dokumente und Analysen zur russischen und sowjetischen Kultur, Bd. 17 
1998; 448 Seiten, 34 Abb. 
ISSN 1432-3311
ISBN 978-3-89733-008-5

Die Sowjetunion betrauerte ihre Gefallenen des Zweiten Weltkrieges nicht. Das Dogma des ständigen Fortschritts der Geschichte und der Unfehlbarkeit der Partei bestimmte, daß historische Ereignisse als Meilensteine auf dem Weg zur Sicherung des kommunistischen Systems betrachtet werden mußten. Das Eingeständnis einer großen Zahl von Kriegstoten ließ sich mit der Fortschrittslehre nicht vereinbaren.
Nachhaltige Eingriffe in die vergangene Realität waren notwendig, um die Utopie der siegreichen Ideologie im siegreichen Staat historisch zu fundieren. Der Heldenkult war der Mittelpunkt dieses idealisierten Kriegsgeschichtsbildes, massiv propagiert durch Literatur, Musik, Bildende Kunst und Gedenkinszenierungen. Wie die vergangene Wirklichkeit der Front zum Inhalt des offiziellen Kriegsgedenkens etabliert wurde, welchen Deformationen, Verkürzungen oder mythologischen Erweiterungen sie dabei unterzogen wurde und welches Geschichtsbild sich daraus für die Nachkriegsgenerationen ergab, ist das Frageinteresse der Analyse. Die Autorin hat die sozialgeschichtliche Methode der Oral History, die kunstgeschichtlichen Fragestellungen der Politischen Ikonographie und die Textexegese miteinander kombiniert, um der propagandistischen Macht des Heldenkultes auf die Spur zu kommen, die über den Systembruch hinaus wirksam ist.